CO2-Kompensation als Weg zur klimaneutralen Schule

CO2-Kompensation als Weg zur klimaneutralen Schule

CO2-Kompensation: Ein Ausweg für den Klimakiller Schule.

Was ist CO2-Kompensation?

Beim Klimawandel unterscheidet man vermeidbare und z.Z. nicht vermeidbare Treibhausgase.
Das bekannteste Beispiel für z.Z. nicht vermeidbaren Ausstoß von Treibhausgasen sind Flugreisen.
Das Weltklima würde durch diese z.Z. unvermeidbaren Treibhausgase nur dann nicht geschädigt, wenn zur gleichen Zeit irgendwo auf der Erde die gleiche Menge an Treibhausgasen vermieden, d.h. eingespart werden könnte, so dass die Treibhausgas-Konzentration konstant bliebe. Das nennt man CO2-Kompensation.

 

CO2-Kompensation bedeutet bezogen auf das Weltklima die Wiedergutmachung einer unvermeidbaren Emission.

Unvermeidbare Treibhausgase in Schulen durch:

Strom

Die Menge des benötigten Stroms kann und sollte durch Verhaltensänderung vermindert werden. Sofern der benötigte Strom noch nicht durch eine eigene Photovoltaikanlage geliefert werden kann, verursacht der Strombedarf der Schule einen z.Z. unvermeidbaren CO2-Ausstoß. Dies kann nur durch die CO2-Kompensation vermieden werden.

Transport

Der CO2-Ausstoß durch den Lehrer- und Schülertransport beträgt 25 – 30 Prozent. Entscheidend ist die Anzahl und Länge der Fahrten.

Die Kompensationskosten für den Schüler- und Lehrertransport per Pkw könnten individuell bezahlt werden, weil es nicht einleuchtend ist, dass ein Schüler, der täglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule kommt, für einen anderen Schüler, der sich mit dem Auto bringen lässt, mitbezahlt.

In einer Schulgemeinschaft kann man darüber nachdenken, ob die Lehrkräfte die durch ihre PKW-Fahrten verursachte Kompensation von ca. 17 €/Jahr selbst bezahlen. Die ÖPNV-Fahrten der Schüler verursachen jährlich eine Kompensation von ca. 4,80 € pro Person.  Diese könnten von den betroffenen Schülern eingesammelt und als Summe für eine Kompensationsmaßnahme genutzt werden. Die Alternative ist, die Kosten durch einen gemeinsamen Spendenlauf mit den anderen Kompensationskosten (siehe oben Heizung und s.u.)  zu begleichen.

Heizung

Die Menge der benötigten Heizungsenergie kann und sollte durch Verhaltensänderung und Wärmedämmung vermindert werden. Da man sie jedoch gegenwärtig im Regelfall nicht durch regenerative Energiequellen (z.B. Holzschnitzel/Pellet-Heizung) ersetzen kann, gehört ihre Treibhauswirkung zu der größten z.T. unvermeidbaren CO2-Emission einer Schule.

Die z.Z. einzige klimaneutrale Lösung für unvermeidbare Treibhausgase wie z.B. die Emissionen einer Schul-Heizung ist die sogenannte CO2-Kompensation.

Schulessen

Jedes Schulessen erzeugt durchschnittlich etwa 1 kg CO2, also an 190 Schultagen pro Person 190 kg Treibhausgase. Diese könnten mit einem Betrag von 4,37 € pro Person oder 2-3 Cent pro Essen kompensiert werden.

Da der größte Teil der Kompensations-Kosten durch die Fleischmahlzeiten verursacht wird, wäre es fair, v.a. diese zu belasten. Wenn man davon ausgeht, dass z.Z. noch mehr als jedes zweite Essen ein fleischhaltiges Gericht ist, wäre ein Aufschlag von 5 Cent pro Fleischmahlzeit praktikabel.

Interne Maßnahmen zur Kompensation

Eine Schule könnte mit einer großen Photovoltaik-Anlage soviel Ökostrom erzeugen, dass sie über den eigenen Bedarf hinaus teilweise ins Netz einspeisen und damit an anderer Stelle die Stromproduktion z.B. durch Kohle vermindern könnte. Sie könnte damit einen Teil des CO2 kompensieren, den sie z.B. durch ihre Heizung ausstößt.

Externe Maßnahmen zur Kompensation

Die Tatsache, dass es z.Z. (2020) in ganz Deutschland nur eine (!) wirklich klimaneutrale Schule gibt, zeigt, dass Klimaneutralität ohne Kompensation nicht erreichbar ist. Auch bei intensiver Energieeinsparung benötigt eine deutsche Schule zusätzlich die CO2-Kompensation als z.Z. einzige Möglichkeit, klimaneutral zu werden.

Eine Schule könnte wie jede Privatperson ihren unvermeidbaren CO2-Ausstoß durch Zahlung einer freiwilligen Kompensationsgebühr ausgleichen.

Kompensationsanbieter wie Atmosfair,  Klima-Kollekte und MyClimate führen die meisten Kompensationsmaßnahmen z.Z. in Entwicklungsländern durch. Die CO2-Kompensation erfolgt dort z.B. durch den Bau kleiner Biogasanlagen, den Ersatz von Kerosinlampen durch Solarleuchten oder durch holzsparende Öfen.

Die Schule erhält von dem Kompensationsanbieter ein Zertifikat, d.h. ein Schreiben, in dem zugesichert wird, dass innerhalb von zwei Jahren das gezahlte Geld z.B. in den Bau von kleinen Biogasanlagen investiert und dadurch die vereinbarte Menge an CO2 eingespart wird. An welchem Ort genau das erfolgt, erfährt die Schule nicht; es gibt also keine direkte Verbindung zwischen der Schule und den Kleinbauern, die von der Kompensation möglicherweise profitieren.

 

Finanzierung

Die Kompensationsanbieter berechnen z.Z.  23 € für die Kompensation von einer Tonne CO2. Eine Schule mit hundert Tonnen CO2-Ausstoß benötigt also eine Kompensationsgebühr von 2.300 €!
Zur Erlangung der Klimaneutralität könnten Schulen einen Spendenlauf „Wir laufen für das Klima!“ durchführen. Der Durchschnittserlös von 20 in Niedersachsen 2015 – 2019 von Gymnasien durchgeführten Spendenläufen betrug 17.000 €.  Es können daher Schulen trotz unvermeidbarer Treibhausgase das Ziel der Klimaneutralität erreichen.

Wasser für Kenia e.V.

Eine Reihe von Schulen in Niedersachsen und Hamburg hat schuleigene Entwicklungsprojekte in Kenia, die vom Verein „Wasser für Kenia e.V.“ vermittelt wurden und betreut werden:  
Damit die afrikanischen Mädchen in der langen Trockenzeit nicht Wasser holen müssen, anstatt zur Schule zu gehen, werden von ihren Eltern unter Anleitung durch einen Wasserbauingenieur und Handwerker Zisternen gebaut. Diese sammeln während der kurzen Regenzeit das Regenwasser von den großen Schuldächern und speichern es für die Trockenzeit. Die deutschen Schulen spenden das Baumaterial und die Bezahlung der Fachleute: Es ist „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Auf den Wassertanks befinden sich die Namen und Logos der deutschen Spenderschulen. Für diese Schulen und solche, die es werden wollen, bietet der Verein folgendes Kompensationsprojekt an.

Schulöfen als Maßnahmen zur Kompensation in Kenia

Nicht nur in den Privathaushalten des ländlichen Raumes in Ostafrika sondern auch in den ländlichen Schulen wird noch immer auf drei Steinen statt auf einem Herd gekocht. Dies bedeutet, dass die Schulkinder am Wochenende nicht nur für ihre Familien, sondern auch für die Schulküche Holz sammeln müssen.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat in jahrelangen Untersuchungen herausgefunden, dass jede Primary School (Jahrgang 1 – 8) mit etwa 300 Kindern 160 Tonnen Feuerholz im Jahr zum Kochen benötigt.

Die GIZ hat eine Lösung gefunden und „holzsparende“ Öfen konstruiert.
Sie werden aus Zement und gebrannten Ziegelsteinen in ganz bestimmten Formen und Maßen in die Küchen gebaut. Es gibt kleine Typen für die Haushalte und große für die Schulen. Nach den Untersuchungen der GIZ spart ein solcher Ofen meistens 50% des Feuerholzes. Pro Schule sind das ca. 100 Tonnen pro Jahr. Das entspricht dem Erhalt von 4,8 ha Wald. Etwa 100 Tonnen CO2 werden durch die Nutzung dieser Schulöfen im Jahr vermieden. Die Erkrankungen durch den Qualm der offenen Feuerstellen werden bei den Köchinnen drastisch vermindert. Bevor solche Öfen an den Schulen die Drei-Steine-Kochmethode ablösen können, müssen spezielle Ofenbauer ausgebildet werden. Das ist ein langwieriger und teurer Prozess.

Schulküche mit Drei-Steine-Methode

Holzsparender Schulofen

Schulküche mi Drei-Steine-Methode

Holzsparender Schulofen

Der Verein „Wasser für Kenia e.V.“ (eine Gruppe ehrenamtlich arbeitender Lehrkräfte) lässt durch seine kenianische Partnerorganisation solche holzsparenden Öfen als Kompensationsprojekte bauen. Durch die ehrenamtliche Arbeit des Vereins ist diese Kompensation preiswerter als die eines professionellen Kompensationsanbieters.

Da die Zahl der kenianischen Schulen, die dafür in Frage kommen, ebenso wie die Zahl ausgebildeter Ofenbauer/innen begrenzt ist, kann diese Kompensation z.Z. nur von den deutschen Schulen  in Anspruch genommen werden, die  sich zugleich für schuleigene Entwicklungsprojekte engagieren. Deutsche Schulen, die z.B. ihre unvermeidbaren CO2-Emissionen kompensieren möchten, finanzieren ihre schuleigenen Kompensationsprojekte jeweils an denjenigen kenianischen Schulen, an denen sie auch ein Wasserprojekt ermöglichen. Auch an den Wänden der kleinen Schulküchen befinden sich die Namen und Logos der jeweiligen deutschen Schule. Es gibt also eine individuelle Beziehung zwischen einer deutschen Spenderschule und einer kenianischen Schule.

Wassertank mit Logo vom
Phoenix Gymnasium/Wolfsburg

Bemalung eines Küchenhäuschens mit Schulofen vom Philipp-Melanchthon-Gymnasium/Meine

Wassertank mit Logo vom
Phoenix Gymnasium/Wolfsburg

Bemalung eines Küchenhäuschens mit Schulofen vom Philipp-Melanchthon-Gymnasium/Meine

Durch einen Spendenlauf kann der Bau einer Zisterne und eines holzsparenden Ofens an derselbenSchule umgesetzt werden. Der Schulherd kompensiert für die deutsche Schule fünf Jahre lang jährlich 100 Tonnen CO2, also 500 Tonnen, die z.B. mit 250 Tonnen pro Jahr auf zwei Jahre verteilt werden können. Die deutsche Schule benutzt diese Kompensation, um ihr Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.

Hier wird also ein schuleigenes Entwicklungsprojekt (Zisterne) mit einem Kompensationsprojekt (Schulofen) von einer deutschen Schule an der gleichen kenianischen Schule verbunden. Die deutschen Schüler engagieren sich …

 

sowohl für die Verminderung der Folgen des Klimawandels

(Wassermangel in Kenia)

 

als auch für die Verminderung der Ursachen des Klimawandels

(CO2-Einsparung an der eigenen Schule und Kompensation der dort unvermeidbaren Emissionen).

Schulöfen & Wasser für Kenia

2 Projekte des Vereins „Wasser für Kenia e.V.“

Erreichen Sie das Ziel der Klimaneutralität Ihrer Schule durch die Förderung eines holzsparenden Schulofens, der fünf Jahre lang jährlich 100 Tonnen CO2 kompensiert. Setzen Sie sich gleichzeitig für die Verminderung der Folgen des Klimawandels ein.