Wie mindern wir den CO2-Ausstoß?
Wie mindern wir den CO2-Ausstoß?
Wärme / Heizung
Die Heizung ist in den meisten Fällen der größte CO2-Emittent einer Schule. Hier wirken sich Minderungsmaßnahmen also besonders positiv aus. Denn unterschiedliche Heizenergieträger wie zum Beispiel Heizöl, Erdgas oder Holzpellets verursachen unterschiedliche Mengen CO₂. Um die aus der Wärmeerzeugung entstehenden CO₂-Emissionen zu berechnen, ist es deshalb wichtig zu wissen, mit welchem Energieträger die Heizungsanlage betrieben wird.
Die wichtigsten Punkte zum Einsparen von Heizenergie
- Heizkörper und Thermostate sollten nicht zugestellt oder verhängt werden, nach Schulende sollten die Thermostate, wenn möglich, auf den Nachtmodus eingestellt werden
- Vermeiden von Dauerbelüftung bzw. Stoßlüften in den Pausen
- Optimierte Einstellung der Heizanlage und entsprechende Einstellung für Räume, die auch nachmittags oder abends genutzt werden
- Fensterdichtungen sollten überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden, auch die Beschläge sollten bei Bedarf nachgestellt werden
- Eingangstüren sollten gut abdichtet sein und richtig schließen, auch hier sollten bei Bedarf die Beschläge nachgestellt werden
Maßnahmen des Schulträgers in dieser Reihenfolge:
- KEAN-Schulungen für Hausmeister:innen
- Hydraulischer Abgleich
- Optimierung der Heizkurve
- Wärmedämmung des Schulgebäudes
- Wärmepumpe oder Pellet-/Hackschnitzel-Heizung

Weitere Informationen zu den Optimierungen der Heizanlage wie hydraulischem Abgleich, Heizkurveneinstellung und Wärmepumpen sowie zur Gebäudedämmung finden sich auf der KEAN-Webseite
Strom
Um Strom zu sparen, sollte jede überflüssige Beleuchtung vom Räumen vermieden werden: In den Pausen sollte also das Licht konsequent ausgeschaltet werden. An vielen Tagen kann auch die fensterseitige Beleuchtung ausgeschaltet bleiben. Auch der Einbau von LED-Beleuchtung spart Energie ein. Insbesondere bei der Flurbeleuchtung sollte die Helligkeit gemessen und wenn möglich reduziert werden, weitere Einsparungen lassen sich durch den Einbau von Bewegungsmeldern in den Fluren erreichen.
Elektronische Geräte wie Computer, Beamer und Smart Boards sollten nicht permanent und schon gar nicht nach Schulschluss im Standby-Betrieb laufen. Am einfachsten ist die Vermeidung des Standby-Modus, wenn ein Hauptschalter vorgeschaltet wird. Veraltete Elektrogeräte wie zum Beispiel Kühlschränke in Mensa und Schulkiosk sollten gegen energiesparende Modelle ausgetauscht werden.
Konsequentes Stromsparen durch Änderung des Nutzer:innenverhaltens kann den Stromverbrauch ohne Investitionen um bis zu 15 Prozent senken. Um einen sparsamen Verbrauch von Heizenergie und Beleuchtung dauerhaft in den Schulen zu etablieren, hat sich der Einsatz von Energie-Teams in allen Klassen und Kursen bewährt. Diese achten auf Stromsparen sowie richtiges Heizen und Lüften.
Mit einer Photovoltaikanlage, meist auf dem Dach installiert, kann eine Schule selbst Strom erzeugen. Schuldächer sind ideale Standorte für Photovoltaikanlagen, weil in den Schulen im Gegensatz zu den meisten Privathaushalten den Strom dann benötigt, wenn er erzeugt wird. Alternativ kann die erzeugte Energie in das Stromnetz eingespeist werden. Einige Solaranlagen auf Schuldächern werden von den Schulen oder Schulträgern selbst betrieben, andere gehören Dritten, die das Dach gepachtet haben. Der Klimaschutzeffekt einer Photovoltaikanlage ist unabhängig von der Frage nach der Betreiberin der Anlage gegeben und eine Anlage auf einem Schuldach leistet auch immer einen Beitrag zur Umwelt- und Klimabildung der Schüler:innen.
Wasser
Auch der Wasserverbrauch wirkt sich auf die CO₂-Bilanz einer Schule aus. CO₂ entsteht durch den Energieverbrauch der Trinkwasser-Infrastruktur, wie etwa Anlagen zur Aufbereitung des Trinkwassers oder Pumpstationen. Insbesondere die Abwasseraufbereitung fällt ins Gewicht, denn diese Anlagen gehören zu den größten kommunalen Energieverbrauchern. Zwar hat der Wasserverbrauch nur einen vergleichsweisen geringen Einfluss auf die CO₂-Bilanz von Schulen. Aber Wasser ist in Zeiten des Klimawandels immer wertvollere Ressource und eine nachhaltige Schule sollte bewusst und sparsam damit umgehen.
Der Wasserverbrauch kann durch den Einbau von Durchflussbegrenzen (Perlatoren) in den Wasserhähnen, Sparduschköpfen und Spülstoppern in den Toiletten reduziert werden.
Abfall
Auch bei der Müllentsorgung entstehen Treibhausgase, z. B. Kohlenstoffdioxid (CO₂) bei der Verbrennung oder auch Methan (CH4) bei der Müllentsorgung in Deponien. Auch wenn die Angaben zum Restmüllaufkommen und dem Anteil recycelter Wertstoffe nicht in die Berechnung des CO₂-Fußabdrucks ein fließt, werden diese Angaben im CO₂-Schulrechner angefragt. Denn die Angabe ist hilfreich bei der Interpretation der Ergebnisse und der Auswahl individueller Klimaschutzmaßnahmen ist.
Denn dort, wo viele Wertstoffe getrennt gesammelt werden, fällt entsprechend weniger Restmüll an. Entsprechend ist das Restmüllaufkommen ein relevanter Teil des gesamten CO₂-Fußabdrucks einer Schule. Daher sollte in den Schulgebäuden sowie auf den Außenflächen ausreichende Behälter zur Mülltrennung vorhanden sein. Wo dies nicht der Fall ist, sollte der Schulträger mit der Bitte um deren Aufstellen angesprochen werden.
Mobilität
Der Bereich Mobilität macht einen großen Teil des CO₂-Fußabdrucks einer Schule aus. Mit dem CO₂-Schulrechner werden Mobilitätsdaten in vier unterschiedlichen Mobilitätsbereichen erfasst: Schulwege, Tagesausflüge, Klassenreisen und Dienstreisen. Für die Erfassung der Mobilitäts-Daten biete der Schulrechner eine integrierte Online-Umfrage, mit der die Schulgemeinschaft einfach und datenschutzkonform befragt werden kann. Falls eine solche Befragung nicht möglich ist, können die Angaben auch qualifiziert geschätzt werden.
Für die Schulwege gilt: Je mehr davon zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, umso besser: Diese Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sind echte Vorbilder und können beispielsweise mit einer jährlichen Urkundenausgabe ausgezeichnet werden. Vor allem im ländlichen Raum kommen die meisten Schülerinnen und Schüler mit dem relativ umweltfreundlichen, aber bisher selten CO2-freien ÖPNV zur Schule. Während der strombetriebene Tram-, Straßenbahn- sowie U- und S-Bahnverkehr in einigen Großstädten emissionsarm ist, gilt das nicht für den besonders häufigen Busverkehr. Hier sind noch überwiegend Dieselmotoren im Einsatz. Es gibt zwar in einigen Städten batteriebetriebene, Hybrid- und Wasserstoff-Busse. Da die Entscheidungen für den i.d.R. auf kommunaler Ebene organisierten Busverkehr durch die Kommunalpolitik getroffen werden, kann hier von Seiten der Schule vor allem durch Elternvertreter in der Kommunalpolitik Einfluss genommen werden.
Nachteilig für die Klima-Bilanz von Schulen sind diejenigen Schülerinnen und Schüler, die mit dem PKW in die Schule gebracht werden – Stichwort „Elterntaxi“. Hier ist mit jedem neuen Schuljahr Sensibilisierung und Aufklärung nötig. Beim ersten Elternabend der neuen Schülerinnen und Schüler sollten die Eltern darauf hingewiesen werden, dass Elterntaxis nicht erwünscht sind. Der Schulträger kann dies unterstützen, indem vor oder im direkten Umfeld der Schule Halteverbote oder auch temporäre Straßensperrungen eingeführt werden. So genannte „Elterntaxi-Haltestellen“ sind nur eine scheinbare Lösung des Problems, denn sie entschärfen zwar die oft gefährlichen Situationen vor dem Schultor, tragen aber nicht zur CO2-Reduktion bei.
Um Emissionen durch Fahrten der Lehrkräfte zu senken, haben sich zwei Maßnahmen bewährt:
- Für bereits aktive sowie potenzielle Radfahrer:innen sollte ein Fahrradkeller mit Umkleidemöglichkeit eingerichtet werden, idealerweise auch mit Lademöglichkeiten für E-Bikes.
- Auf dem Lehrer:innen-Parkplatz sollten Ladesäulen installiert werden, mit den Elektro-Mobile während des Unterrichtes aufladen werden können.
Die PKW-Fahrten der Lehrkräfte könnten zudem durch Fahrgemeinschaften vermindert oder auch auch auf den Fahrradverkehr oder ÖPNV verlagert werden. Hier könnten an den Vorbildcharakter der Lehrkräfte appelliert und positive Beispiele („Unsere umweltfreundlichste Lehrerin / Unser umweltfreundlichster Lehrer“) hervorgehoben werden.
Auch die Teilnahme an jährlich stattfindenden Aktionen wie „Schulradeln“ oder der VCD-Jugendkampagne „FahrRad! Fürs Klima auf Tour“ sind eine sehr gute Motivation für einen gesunden und klimafreundlichen Schulweg.

Insbesondere für Grundschulen haben KEAN und Landesschulbehörde die Broschüre „Elterntaxis – Was tun gegen dicke Luft vor der Schule“ erstellt. Sie enthält zahlreiche Infos und Empfehlungen rund um einen sicheren und klimafreundlichen Schulweg. Dazu kommen erfolgreiche Praxisbeispiele niedersächsischer Schulen aus Bückeburg, Hameln, Hoya und Springe sowie Arbeitsblätter für die Klassen 3 und 4.
Bei Klassenfahrten und Schulausflügen bietet sich der Bahn-Fernverkehr für Städtereisen an. Reisebusse sind dann besonders geeignet, wenn die Sitzplätze vollständig belegt sind. Für Kurzstecken bis 15 Kilometer ist das Fahrrad mit etwa einer Stunde Fahrzeit das klimafreundlichste Verkehrsmittel. Tagesausflüge werden meist in die nähere Umgebung unternommen. Da aber auch hier oftmals Verkehrsmittel wie Reisebusse oder der ÖPNV genutzt werden, haben auch Tagesausflüge einen entsprechenden CO₂-Fußabdruck. Deshalb empfiehlt sich auch die Erfassung der Personenkilometer für diesen Bereich. Die Erfassung der Klassenreisen ist ein sehr wichtiger Bestandteil der CO₂-Bilanzierung einer Schule. Da Reiseziele hier in der Regel in größerer Entfernung zum Schulstandort liegen und die Reisegruppen oftmals Klassen- oder sogar Jahrgangsstärke haben, entstehen in diesem Mobilitätsbereich vergleichsweise große CO₂-Emissionsmengen. Weitere Informationen zu klimafreundlichen und nachhaltigen Schulfahrten finden sich hier ).
Auch bei Dienstreisen von Lehrer:innen, Schulleitungen und pädagogischen/nicht pädagogischen Mitarbeiter:innen entstehen Emissionen, die in den CO₂-Fußabdruck einer Schule einfließen. Dienstreisen können wie die Schulwege, Tagesausflüge und Klassenfahrten mit einem Fragebogen erfasst werden.
Schulverpflegung
Unsere Ernährung hat einen beachtlichen CO₂-Fußabdruck. Von Produktion über Transport bis zur Zubereitung von Lebensmitteln entstehen Treibhausgase. In der Schule ist es deshalb wichtig, bei der CO₂-Bilanz auch die Schulverpflegung einzubeziehen (sofern es eine Schulmensa und/oder einen Schulkiosk gibt).
Fast 70 Prozent der tierischen Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen. Der wichtigste Faktor in der Treibhausgas-Bilanz von Schulverpflegung ist der Fleischanteil, insbesondere der von Rind und Lamm. Zu viel Fleischkonsum ist außerdem ungesund. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) maximal an zwei Tagen pro Woche eine fleischhaltige Speise. Im Sinne einer gesunden und nachhaltigen Ernährung kann die Verminderung der Fleischportionen bis zu 12 Prozent der Emissionen aus Schulküchen einsparen.
Zahlreiche Schulen haben bereits damit begonnen, ihr Schulessen als eine bedeutsame CO2-Quelle ins Visier zu nehmen. An den meisten Schulen können die Schülerinnen und Schüler täglich zwischen einem fleischhaltigen und einem vegetarischen Gericht wählen. Je mehr Schülerinnen und Schüler das vegetarische Gericht wählen, desto mehr Treibhausgase spart die Schule ein. Im Biologie- oder AWT-Unterricht kann das Thema gut aufgegriffen werden.
Ein nächster Schritt ist ein Veggie-Tag pro Woche, an dem kein Fleischgericht angeboten wird. Die Einführung von mindestens einem Veggie-Tag pro Woche macht inzwischen Schule und sollte zur Normalität werden. Besonders umweltbewusste Schulen haben sogar mehrere fleischfreie Tage eingeführt. Und insbesondere christliche Schulen können die Fastenzeit zum Einstieg in eine fleischarme Schulverpflegung gut nutzen. Die DGE ist auch Träger der Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Niedersachsen, die einen AG-Fahrplan sowie 17 Aktionsbausteine für Schüler:innen ab Klasse 7 entwickelt hat zum Thema Schul-AG „Klimagesunde Mensa“ zu. Dazu gibt es dieRezeptesammlung „Mehr Veggie in der Schule!“

Im Projekt „KEEKS – Klima- und energieeffiziente Küche in Schulen“ wurden die Menüs und die Küchenprozesse in Schulen analysiert. Die Auswertung hat ergeben: Mit 19 im Projekt entwickelten Maßnahmen können in einer durchschnittlichen Schulküche gut 40 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden.
Beschaffung
Die Herstellung von Papier belastet die Umwelt stark. Sie benötigt viel Holz, Energie und Wasser und kann zur Einleitung gefährlicher Chemikalien in Gewässer führen. Durch den Einsatz von Altpapier und beste verfügbare Techniken bei der Produktion von neuem Papier können diese Umweltbelastungen stark reduziert werden. Schulen, die ihre Klimabilanz verbessern wollen, sollten also konsequent auf Recyclingpapier setzen – egal ob für Drucker oder Kopierer, für Klopapier, Papierhandtücher oder Küchenrolle. Der Blaue Engel garantiert dabei, dass die Papierfasern zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen werden. Andere Label oder die Bezeichnung „Chlorfrei gebleicht“ sind bei Papierprodukten mit Blick auf die Öko-Bilanz weniger aussagekräftig.
Im Rahmen der Bilanzierung mit dem CO2-Schulrechner werden im Bereich der IT-Produkte die Emissionen in den Blick genommen, die bei der Herstellung der verschiedenen Geräte entstanden sind. Die Emissionen des Stromverbrauchs durch die Nutzung dieser Geräte werden dagegen im Emissionsbereich Strom erfasst. Die Emissionen, die mit der Nutzung von Internet-Anwendungen wie zum Beispiel Cloud-Speicher, Streaming, Email oder Social Media verbunden sind, sind bisher im Rechner noch nicht erfasst. Grundsätzlich sollte bei der Beschaffung von Elektro-Geräten auf einen möglichst geringen Energieverbrauch sowie langlebige und reparierbare Produkte geachtet werden. Um die Klimabilanz bei der Beschaffung von IT-Produkten wie PCs, Tablet Computer, Notebook-PCs, zusätzlichen Monitore und Großbildschirme kann auf generalüberholte Gebrauchtware zurückgegriffen werden. Diese sind auch unter dem Begriff Refurbished-Geräte bekannt.

Weitere Informationen zum Energiesparen in Schulen im Handbuch „Auf dem Weg zur klimaneutralen Schule“ von Dr. Christoph Stein und in unserer Rubrik „Lernmaterialien“
