Der Weg zur klimaneutralen Schule
Kein klimaneutrales Land ohne klimaneutrale Schulen
Mit den 2021 vom Bundestag beschlossenen Klimaschutzzielen wurde auch festgelegt, dass Deutschland bis 2045 Treibhausgasneutralität erreicht. Die niedersächsische Landesregierung hat das Ziel, bereits bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Weitere Informationen zu den Klimaschutzzielen der Bundes- und Landesregierung finden sich hier. Deutschland und auch Niedersachsen können nicht allein durch politische Vorgaben und Gesetze klimaneutral werden, wenn dieses Ziel nicht in den Kommunen umgesetzt wird. Schulen gehören mit zu den größten Treibhausgasquellen im kommunalen Gebäudebestand. Entsprechend hoch sind hier die Einsparpotenziale! Daher sind klimaneutrale Schulen entscheidend für das Erreichen der Klimaschutzziele. Hier setzt die Initiative „Klimaneutrale Schule“ an: Gemeinsam mit ihren Lehrkräften und anderen Schulbediensteten erfassen die Schülerinnen und Schüler zuerst ihre Energieverbräuche im CO2-Schulrechner. Daraus werden die Emissionen berechnet und individuelle Einsparpotenziale abgeleitet und umgesetzt. So werden
klimaschädliche Emissionen so weit wie möglich verringert. Da eine vollkommen emissionsfreie Schule zurzeit noch nicht zu erreichen ist, können nicht vermeidbare CO2-Emissionen über seriöse Partner kompensiert werden.
Um klimaneutral zu werden, benötigen Schulen meist einen mindestens einjährigen Veränderungsprozess. Interessierte Schulen werden durch individuelle Beratungen rund um die Datenerfassung und -auswertung sowie Fortbildungen für Lehrkräfte unterstützt.
Bewerben können sich alle Grundschulen und weiterführenden Schulen aus Niedersachsen. Die Teilnahmebedingungen finden sich hier. Die Auszeichnung „Auf dem Weg zur Klimaneutralen Schule“ und „Klimaneutrale Schule“ erfolgt alle zwei Jahre, der nächste Bewerbungsschluss ist am 31. März 2027.
Die einzelnen Schritte zur Bewerbung zeigt unsere Roadmap:
Gemeinsam Handeln und Selbstwirksamkeit erfahren
Schule ist nicht nur Lernort, sondern auch Erfahrungsraum, in dem junge Menschen Partizipation und Selbstwirksamkeit erleben und entwickeln können. Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit durch die Schülerinnen und Schüler ein zentrales Element der Initiative „Klimaneutrale Schule“: Wenn junge Menschen erleben, dass ihre Aktivitäten in konkrete Klimaschutzmaßnahmen, wie den Bau einer Solaranlage auf dem Schuldach münden, ist dies eine wichtige Erfahrung und motiviert zu weiterem Handeln. Diese Selbstwirksamkeitserfahrungen der jungen Menschen sind die Basis für Demokratiebildung und ein wichtiger Baustein einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Klimabilanzen Niedersächsischer Schulen
Die Auswertung der Emissionsdaten von über 200 weiterführenden Schulen in Niedersachsen zeigt folgende Ergebnisse:
Eine durchschnittliche niedersächsische Schule
(Gymnasien und Gesamtschulen)
mit ca. 1.000 Schülern/innen und 80 Lehrkräften
emittiert durch Strom und Heizung
385 Tonnen CO2/Jahr
Die 388 Gymnasien und Gesamtschulen in Niedersachsen emittieren
ca. 150.000 Tonnen CO2/Jahr
für Strom und Heizung und die gleiche Menge für Transport und Schulessen:
300.000 Tonnen CO2/Jahr
Hinweis: Die Initiative „Klimaneutrale Schule“ hat sich in den ersten Jahren ausschließlich an weiterführende allgemeinbildende Schulen gerichtet. 2024 wurde das Angebot auf Grundschulen erweitert. Entsprechend der ersten Datenerhebung finden sich auf unserer Webseite derzeit lediglich Angaben zu weiterführenden Schulen. Sobald Emissionsdaten von Grundschulen in aussagekräftiger Menge vorliegen, werden diese aufbereitet und ebenfalls veröffentlicht.


